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Der deutsche Bürger tendiert zur Miete

WohnungsschlüsselIm internationalen Vergleich weist Deutschland weniger Eigentümer von Immobilien als Mieter auf. In Spanien, Italien, auch auf der britischen Insel, sind die Bewohner zu rund 80 Prozent auch Eigentümer der bewohnten Immobilie. Der europäische Durchschnitt liegt bei etwa 65 Prozent. In der Bundesrepublik jedoch verhält sich die Situation anders. Hier scheint die Miete bevorzugt zu werden. Nur rund 42 Prozent der Deutschen leben im eigenen Heim, gleichgültig ob Haus oder Wohnung. Trotz günstiger Finanzierungsmöglichkeiten und aller Vorteile, die ein Eigenheim bringt, entschließen sich die deutschen Bürger seltener zum Kauf einer Immobilie als zur Miete. Die Gründe scheinen unter anderem in der Vergangenheit zu liegen.

Immobilienverband spricht von Vergangenheitstrauma

Vor und nach dem 2. Weltkrieg wurden nicht nur viele Besitzer enteignet, sondern im Zuge des Krieges wurde ein großer Teil von Immobilien zerstört. Der deutsche Immobilienverband sieht den Grund für die Tendenz einerseits in der Angst der Deutschen vor Investitionen in eine eigene Immobilie, denn zu stark seien noch die Eindrücke, die die Jahre von 1933 bis 1945 hinterlassen haben und die an die Kinder und teilweise an die Kindeskinder weitergeben wurden. Andererseits sei, so der deutsche Immobilienverband der Grund im sozialen Wohnbau nach Kriegsende zu suchen. Durch die Zerstörung von Wohnraum kam es nach dem Ende des zweiten Weltkriegs zu einer Wohnungsknappheit. 1950 wurden immer noch 4,5 Millionen Wohnungen benötigt, die schließlich durch den sozialen Wohnungsbau geschaffen wurden. Der Mietmarkt wurde in Deutschland sukzessive gefördert, auch die Mieten wurden, im Vergleich zu anderen Ländern, relativ früh freigegeben, ein Anreiz für Vermieter. Die Qualitätsstandards von Mietwohnungen waren und sind in der Bundesrepublik sehr hoch, sodass sich viele Deutsche gerne für eine Miete entscheiden.

Durch das Eigentum gebunden

Doch laut einer Umfrage bestehen noch zwei weitere Gründe, warum die Miete bevorzugt wird. Ein Grund ist die Gebundenheit, die mitunter abschreckt. Wer ein Eigenheim oder eine Eigentumswohnung besitzt, bindet sich. Ein Ortswechsel, eine Übersiedelung wird nach dem Kauf oder nach dem Bau einer Immobilie kaum mehr ins Auge gefasst. Der zweite Grund liegt in der Instandhaltung. Bei einem Eigenheim muss nicht nur der Kauf oder der Neubau finanziert werden, sondern es muss auch Sorge getragen werden, die Immobilie instand zu halten, ein Kosten-, Zeit- und oft auch Nervenfaktor. In Miete zu wohnen, bedeutet für viele sorgenfrei zu wohnen, ein Vorteil, der, so scheint es, mehr zählt als die Kapitalanlage und Altersversorgung. Laut Immobilienverband wird sich auch in naher Zukunft die zu anderen Ländern vergleichbar niedrige Eigentümerquote in Deutschland nicht ändern.

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