Fünf Kilo Blattgold: Bolschoi-Theater erstrahlt in neuem Glanz




Im Moskauer Bolschoi-Theater wird wieder getanzt. Das Ensemble probt das Ballett „Dornröschen“ von Tschaikowski. Sechs Jahre wurde das legendäre Haus aufwendig renoviert. Fünf Kilo Blattgold wurden allein im Großen Saal angebracht, und das historisch getreu mit einem Eichhörnchenhaarpinsel und einem Wodka-Eiweiß-Kleber.Vor allem aber wurde die Akustik verbessert. Sie hatte seit dem U-Bahn-Bau in den 30er Jahren gelitten.O-Ton Michail Sidorow, Bauunternehmen „Summa Kapital“:“Die Technik und die Mechanik sind dem Ruf des Bolschoi-Theaters würdig. Es ist die beste Bühnentechnik, die es im Moment gibt, das beste Licht und die beste Akustik, nachdem sie im 20. Jahrhundert fast zerstört wurde.“Der klassizistische Bau war zuletzt derart baufällig gewesen, dass er einzustürzen drohte. Vor allem in der Sowjet-Ära leidet das Glanzlicht der russischen Kultur. Symbole aus der Zarenzeit werden durch Hammer und Sichel ersetzt, in der Halle gibt es Sitzungen von Vertretern der Kommunistischen Partei.Jetzt erstrahlt das Theater wieder im Gewand des 19. Jahrhunderts – mit der Technik des 21. Jahrhunderts. Für manchen ist das gewöhnungsbedürftig.O-Ton Juri Grigorowitsch, Choregraph:“Die ganze Ausstattung ist neu, und das ist das Komplizierteste. Die neuen Stühle in den Saal zu bringen, ist einfach, aber die Technik… Wenn Sie auf die Bühne gehen, ist da diese ganze Maschinerie, die Scheinwerfer, die Ausstattung.“Die Gala zur Wiedereröffnung wird live über Großbildleinwände nahe dem Roten Platz übertragen – und zudem im Fernsehen und in 600 Kinos in Europa.

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