Gefährliches Goldfieber: Minen-Pläne spalten Rumänien



In der Nähe dieses verträumten Dorfes in Transsilvanien lagert eines der größten Gold- und Silbervorkommen Europas. Es sorgt für heftige Diskussionen: Eine Firma plant, die Edelmetalle in Rosia Montana abzubauen. Mit Hilfe von 12.000 Tonnen Zyanid jährlich sollen 300 Tonnen Gold und fast 2000 Tonnen Silber zu Tage gefördert werden. Kritiker sagen, das Gift könnte zu einer großen Gefahr für die Gesundheit der Anwohner werden.O-Ton Monica Macovei, ehemalige rumänische Justizministerin:“Jeder Riss, jede Bewegung des Erdreichs – und ganz zu schweigen von einem Unfall oder menschlichem Versagen -kann zur Katastrophe führen.“Ganz anders sieht das die Rosia Montana Goldgesellschaft, ein Joint Venture aus einer kanadischen Firma und der rumänischen Regierung. Sie betont, das Projekt enstpreche europäischen Standards.O-Ton Horea Avram, Vizedirektor für Umwelt bei der Rosia Montana Goldgesellschaft:“Eine der Haupteigenschaften von Zyanid und vielleicht der Hauptgrund, warum dieser Stoff in Minen verwendet wird, ist, dass Zyanide, die sich im Berg ablagern, nicht dort bleiben. Sie werden biologisch abgebaut. Wenn wir ein paar Kilo täglich einsetzen, wird es ganz natürlich innerhalb weniger Monate abgebaut. „Auch historische Ausgrabungsstätten sind gefährdet. Wie eines der größten, unterirdischen Gängesysteme der Welt, das aus der Römerzeit stammt. Die Goldgesellschaft hat versprochen, rund 53 Millionen Euro in seine Erhaltung zu stecken. O-Ton Adrian Gligor, Vizedrektor für Kulturerbe bei der Rosia Montana Goldgesellschaft:“Wenn wir in dieser Kammer eine Woche lang das Wasser nicht abpumpen würden, würden all diese Gänge aus der Römerzeit und dem Mittelalter geflutet.“Das Projekt wird vom rumänischen Präsidenten vorangetrieben. Sein Argument: Arbeitsplätze für die Region. Die Landwirte sehen das anders.O-Ton Eugen David, Landwirt:“Sie sollten aufhören zu sagen, dass alles gut und demokratisch abläuft und dass sie die Gemeinschaft stärken und eine große Entwicklung in Gang bringen. Nein, sie sollten von Beginn an sagen: Es ist ein notwendiges Übel. Sie sollten sagen: – die EU, die rumänische Regierung, die Behörden – wenn es um Bodenschätze geht, dann zählt Demokratie nicht.“Die Minengegner setzen nun all ihre Hoffnung auf den Umweltminister. Er trifft die endgültige Entscheidung.

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