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Stromspeicher: Die Energie der Sonne zwischenlagern


Zum Jahresende 2016 gab es rund 52.000 Speicher für Strom aus Photovoltaik-Anlagen. Dabei kann es sich um eine Batterie handeln, die im Keller eines Privathauses steht, oder um einen großen Akku in einem mittelständischen Betrieb. Die Aufgabe dieser „Speicher“ ist es zumeist, den Strom, der vor Ort erzeugt wird, beispielsweise aus einer Photovoltaik-Anlage zu speichern. Somit kann die Energie zu einem späteren Zeitpunkt genutzt werden und das bedeutet, dass die Anlagenbetreiber ihren selbst erzeugten Strom zu einem höheren Anteil selbst nutzen können.

Die Speicheranzahl wird wachsen

Die Zahl der verbauten Speicher wächst stetig. Nach Angaben des Bundesverbandes Solarwirtschaft wurden 2016 rund 20.000 neue Geräte installiert. Der Verband geht davon aus, dass bis Ende 2018 die Zahl der Heimspeicher auf 100.000 ansteigt. Dabei handelt es sich allerdings noch um kleine Zahlen im Vergleich zu den rund 1,6 Mio. installierten Photovoltaik-Anlagen in Deutschland.

Auch von den Marktforschern wird erwartet, dass die Nachfrage nach den Speichern in den nächsten Jahren weiter steigen wird. Dafür gibt es zwei stichhaltige Gründe! So sollen die Preise für die Batteriespeicher für den privaten Gebrauch bald so weit sinken, dass es sich für den Betreiber wirtschaftlich lohnt, einen solchen anzuschaffen und das ohne das es notwendig ist, sich Zuschüsse vom Staat zu holen.

Zum zweiten wird der Kauf von einem Batteriespeicher auch für die Betreiber älterer Photovoltaik-Anlage interessant werden, die ihren Strom bisher komplett in das Stromnetz eingespeist haben und die Einspeisevergütung über das EEG (Erneuerbare-Energien-Gesetz) beziehen. Denn für die ersten Photovoltaik-Anlagen läuft Ende 2020 die EEG-Förderung aus. Wenn die Eigentümer ihre Anlagen weiter betreiben wollen, dann ist es für sie am sinnvollsten, dass sie möglichst viel von ihrem selbst erzeugten Strom verbrauchen.

20 Cent pro Kilowattstunde – die Wirtschaftlichkeit ist erreicht

Allerdings bedeutet selbst der Kauf von einem kleinen Batteriespeicher eine Investition von mehreren Tausend Euro. Für einen Haushalt rechnet sich die Anschaffung daher rein wirtschaftlich nicht, jedoch gibt es seit 2013 Zuschüsse dafür vom Staat. Dieses Programm läuft über die KfW-Bank und ist noch bis Ende 2018 angelegt.

Allerdings könnte es dazu kommen, dass bereits im kommenden Sommer die kleinen Systeme die Grenze der Wirtschaftlichkeit erreichen und das ohne Geld vom Staat. Denn dann sollen die nächsten Generationen der Lithium-Ionen-Speicher auf den Markt kommen. Für eine Batterie mit 4,8 Kilowattstunden Speicherkapazität fallen Kosten von rund 4.800 Euro an (Ohne MwSt.). Und das sind pro Kilowattstunde Speicherkapazität noch rund 1.000 Euro. Die Preise für die kleinen Speichersysteme lagen Ende 2016 noch bei circa 1.300 Euro. Durch die Senkung der Preise kann dem Betreiber dann eine Kilowattstunde Solarstrom rund 20 Cent pro Kilowattstunde kosten und damit wäre die Wirtschaftlichkeit erreicht.

Heute kann mit einer Solaranlage Sonnenstrom für 10 Cent pro Kilowattstunde erzeugt werden. Ein Haushalt kann durch den Verbrauch des eigenen Stroms im Schnitt 30 Cent pro Kilowattstunde sparen im Vergleich zum Bezug aus der Steckdose. Doch ohne einen entsprechenden Speicher lässt sich nur ein Viertel von dem Strom nutzen, der erzeugt wird. Doch mit einem Speicher kann der Eigenverbrauch auf mindestens 50 % ansteigen.

Doch das Problem hier ist, dass sich der Betrieb eines Speichers noch nicht lohnt. Der Grund dafür ist in der EEG-Förderung zu finden. Wenn ein Privathaushalt mehr verbraucht, dann speist er weniger Strom ins Netz ein und erhält somit weniger Geld über das EEG. Die Betreiber der Photovoltaik-Anlagen erhalten bis zu 10 Kilowatt Leistung derzeit 12,3 Cent pro Kilowattstunde. Verbraucht ein Haushalt beispielsweise 5.000 Kilowattstunden durch einen Speicher 1.000 Kilowattstunden mehr von dem selbst erzeugten Strom, dann entgeht ihm eine Vergütung von rund 120 Euro im Jahr. Doch es kann sein, dass sich die Einspeisevergütung ab Mai 2017 nochmals verringert.

Nach Ede der EEG-Förderung die Solaranlage aufrüsten

Die Kalkulation für die Betreiber der älteren Solar-Anlagen fällt die Kalkulation positiver aus. Denn die EEG-Vergütung läuft nach 20 Jahren ab und in dann ist die Photovoltaik-Anlage längst refinanziert. Dann wird von dem Betreiber Strom zu einem Preis von nahezu 0 Euro produziert – das einzige, was noch anfällt, sind die Betriebskosten.

Möchte der Eigentümer seine Anlage weiter betreiben, dann kann er selbstverständlich den Strom weiterhin ins Netz einspeisen, aber er muss sich dann um den Verkauf kümmern. 2016 lagen die Börsenstrompreise durchschnittlich bei 3 bis 4 Cent pro Kilowattstunde. Das lohnt sich nicht, vor allem weil der Bezug aus der Steckdose um ein vielfaches teuerer ist. In dem Fall wäre das Speichern von einer Kilowattstunde Solarstrom für 20 Cent deutlich günstiger als die Belieferung durch den Stromversorger. Daher ist zu erwarten, dass der Absatz an den Batteriespeichern ab 2021 stark anziehen wird. Von Beobachtern wird prognostiziert, dass die Preise für die Speichersysteme dann noch schneller sinken werden.

Batteriespeicher: schon heute eine gute Idee

Wer bereits heute in einen Heimspeicher investieren möchte, der sollte sich gut beraten lassen. Denn nur so ist es möglich, die richtige Größe für den Speicher zu ermitteln, der von seiner Größe zur Photovoltaik-Anlage und zum Strombedarf passt.

Wichtig dabei ist stets das Abwägen zwischen den Investitionskosten für den Speicher und wie stark sich der Betreiber von diesem abhängig machen möchte. Selbst mit einem kleinen Speicher ist es bereits möglich, sich 50 % autark zu versorgen, sofern die Photovoltaik-Anlage über das gesamte Jahr so viel Strom produziert, dass die Versorgung zu 75 bis 100 % gedeckt wäre.

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