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Wärmedämmung Hanf versus Polystyrol

Wärmedämung mit HanfNach der Ölkrise 1973 kam der Wärmedämmung eine immer größere Bedeutung zu. 1977 trat in Deutschland die erste Wärmeschutzverordnung in Kraft. Die Umweltproblematik, Klimaerwärmung und die Gedanken zur Nachhaltigkeit trugen weiter dazu bei, dass Energiesparen und somit auch die Wärmedämmung für jeden wichtig wurde. 2002 löste die Energiesparverordnung die erste Wärmeschutzverordnung ab. Zur Wärmedämmung können verschiedene Materialien verwendet werden, biologische wie künstliche Stoffe, Fasern wie feste Stoffe oder Schäume.

Polystyrol als Dämmstoff

Bei Polystyrol handelt es sich um ein Erdöl-Raffinerie-Produkt, das physiologisch völlig unbedenklich und auch für Lebensmittelverpackungen zugelassen ist. Unterschieden wird zwischen expandiertem (EPS) und extrudiertem (XPS) Polystyrol. EPS findet in Plattenform unter Estrichen, auf Fassaden und an Zimmerdecken Verwendung, während XPS an Stellen eingesetzt wird, die Feuchtigkeit ausgesetzt sind, auf Balkonen, Terrassen, Flachdächern und im Keller. Polystyrol bewirkt eine sehr hohe Wärmedämmung, lässt sich dabei auch einfach und unkompliziert verarbeiten.Das Material ist preislich günstig, der Energieaufwand bei der Herstellung jedoch groß. Eingebaut weist es keine Gesundheitsbelastung auf, bei der Erzeugung aber werden Pentan- und Giftstoff-Emissionen abgegeben, die sich schädlich auf Umwelt und Klima auswirken. Im eingebauten Zustand zeigt es sich diffusionsdicht. Es ist auch diffusionsoffenes Polystyrol erhältlich, das aber wesentlich teurer ist. Nicht UV-beständig, vergilbt das Material sehr rasch. Ein negativer Umweltaspekt liegt auch in der Unverrottbarkeit, Polystyrol bleibt auf Deponien erhalten. In Deutschland ist Polystyrol weit verbreitet und ein häufig eingesetzter Dämmstoff.

Alternative Hanf

Generell erzeugen biologische Dämmstoffe ein gesundes und angenehmes Raumklima, so auch Hanf, der innerhalb der Naturdämmstoffe eine besondere Stellung einnimmt. Er ist in Form von Dämmfilz oder als Matte erhältlich, zur Stützung oft versetzt mit Polyesterfasern oder mit Carbon-Armierung. Für einen verbesserten Brandschutz sorgt eine Beimischung von Borsalz. Hanf besitzt sehr gute schall- und wärmedämmende Eigenschaften und zeigt sich feuchtigkeitsbeständig. Es handelt sich um einen nachwachsenden, heimischen Rohstoff mit kurzen Transportwegen. Der Anbau ist biologisch ohne Einsatz von Pestiziden möglich. Im eingebauten Zustand verhält er sich auch ohne Zusätze schädlingsresistent. Hanf lässt sich kompostieren, jedoch nur ohne Beimengung von Polyesterfasern. Ein weiterer Nachteil zeigt sich in der Entflammbarkeit, die sich leichter als bei Polystyrol zeigt, selbst mitBorsalz als Zusatz. Im Gegensatz zu Polystyrol ist Hanf diffusionsfähig, sodass Feuchte aus den Bauteilen entweichen kann. Hanf wird nach der Europäischen Norm in die Nutzungskategorie 1, der höchsten Widerstandsklasse gereiht, wenn er carbon-armiert ist. Er widersteht dabei, so Testergebnisse, sogar 40mm großen Hagelgeschossen, die mit 100 Stundenkilometern aufprallen.

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