Wobei sparen Immobilienkäufer?

Finanzprobleme
Die Mehrheit der Kaufinteressenten meint, sich für den Immobilienkauf nicht in ihren täglichen Konsumgewohnheiten einschränken zu müssen. Zu diesem Ergebnis kommt das aktuelle Immobilienbarometer. Bei der gemeinsamen Umfrage von ImmobilienScout24 und Interhyp wurden im Juli insgesamt 3.974 Interessenten von Kaufimmobilien befragt.

Trotz inzwischen durchschnittlich gestiegener Immobilienpreise ist der Anteil derjenigen, die heutzutage keinerlei finanzielle Einschränkungen durch einen Hauskauf erwarten nicht höher als noch 2010. „Knapp 60 Prozent sind überzeugt, dass sie ihre Konsumgewohnheiten für den Traum vom Eigenheim nicht einschränken müssen – diese Einschätzung wird sicherlich von den momentan historisch niedrigen Baugeldzinsen gestützt“, erklärt Michiel Goris, Vorstandsvorsitzender der Interhyp AG. Er gibt zu bedenken: „Besonders jetzt sind Augenmaß und Weitsicht bei der Finanzierung gefragt, die erzielbare Zinsersparnis sollten Bauherren und Hauskäufer unbedingt in eine hohe Tilgung und lange Zinsbindung investieren.“

Auffällig dabei: Je älter die befragten Immobilienkäufer sind, desto weniger fürchten sie einen Sparzwang. So beträgt der Anteil der unter 40-Jährigen, die aufgrund des Immobilienkaufes zukünftig weniger konsumieren werden, rund 38 Prozent. Bei den 50-60-Jährigen glaubt hingegen nur knapp jeder Vierte (22,7 Prozent), dass der Eigenheimerwerb zu Konsumverzicht führen wird.

Interessenten, die eine reine Kapitalanlage suchen, sind sogar noch zuversichtlicher als Eigennutzer: Fast 80 Prozent (78,6 Prozent) sind der Meinung, dass sie nicht nach dem Haus- oder Wohnungskauf kürzertreten müssen. Mehr als ein Drittel der Eigennutzer glauben hingegen, dass sie ihre Konsumgewohnheiten finanziell für den Hauskauf anpassen müssen (37,3 Prozent).

Für die Traumimmobilie auf Urlaub verzichten?

Wenn der Gürtel doch etwas enger geschnallt werden muss, dann spart fast die Hälfte aller Kaufinteressenten lieber für ihr neues Zuhause, als um die Welt zu reisen (43,6 Prozent). Nur auf den Kauf eines neuen Autos wird noch häufiger verzichtet (45,1 Prozent). „Um während der Kreditlaufzeit für eine Baufinanzierung keine böse Überraschung zu erhalten, sollte man vorab ausreichend die eigenen Einkünfte und Ausgaben analysieren“, so Ralf Weitz, Experte für Baufinanzierung bei ImmobilienScout24. „Dabei ist es wichtig genügend Reserve einzuplanen, um mögliche Einkommens- oder Ausgabeschwankungen auszuhalten. Denn in der Regel sind die zukünftigen Ausgaben höher als die aktuellen,“, so Weitz weiter.

  1. Beim Kauf eines neuen Autos (45,1 Prozent)
  2. Bei Urlaubsreisen (43,6 Prozent)
  3. Beim Ausgehen (37,6 Prozent)
  4. Bei Anschaffung neuer Elektronikgeräte (34,5 Prozent)
  5. Beim Energieverbrauch im Haushalt (30 Prozent)

 

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