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Wohnungseigentümer und ihre Rechte

Recht13 Prozent aller deutschen Haushalte, rund 5,2 Millionen, befinden sich in Eigentumswohnungen. Mit dem Besitz einer Eigentumswohnung sind sowohl Rechte wie Pflichten verbunden. Die rechtliche Form des Wohnungseigentums geht auf die Zeit der Wohnungsnot nach dem Zweiten Weltkrieg zurück. Der Bedarf an Wohnungen war derart groß, dass durch den sozialen Wohnbau die Nachfrage nicht gedeckt werden konnte. Die Lösung bestand darin, dass sich Wohnungssuchende am Bau eines Wohnhauses finanziell beteiligen und mit ihrem Geld eine der Wohnungen im neu gebauten Gebäude erwerben konnten. Geregelt wurde der Erwerb im Gesetz über Wohnungseigentum und das Dauerwohnrecht aus dem Jahr 1951, das zuletzt 2007 reformiert wurde.

Rechte des Wohnungseigentümers

Grundsätzlich sollte vor jedem Kauf einer Eigentumswohnung Einsicht in das Grundbuch und die Teilungserklärung genommen werden, worauf der Kaufinteressent ein Recht hat. Da Teilungserklärungen jedoch mitunter aufgrund gemeinsamer Beschlüsse der Wohnungseigentümergemeinschaft geändert werden, empfiehlt sich auch ein Blick in die Beschlusssammlung. Für die Einsichtnahme in die Beschlusssammlung ist jedoch die Zustimmung durch einen Miteigentümer notwendig, dem Verkäufer. Alle Wohnungseigentümer bilden gemeinsam die Wohnungseigentümerschaft, deren oberstes Verwaltungsorgan die Wohnungseigentümerversammlung darstellt. Sie wiederum kann einen Verwalter bestellen. Seine Aufgaben bestehen in der Kalkulation der Hausgeldvorauszahlungen und der Jahresabrechnung. Er beruft auch die Wohnungseigentümerversammlung ein, die er leitet. Er zeichnet sich ebenfalls verantwortlich für die von der Beschlusssammlung beschlossenen gemeinsam durchzuführenden Wartungen und Instandhaltungen. Ist die Wohnung erworben, darf der Eigentümer Einblick nehmen in die Verwaltungs- und Abrechnungsunterlagen der Wohnungseigentümergemeinschaft. Eingeschränkt kann diese Recht jedoch dann werden, wenn der Verwalter die Vorlage der Unterlagen als Schikane empfindet. Als Schikane wird empfunden, wenn Einsicht in ein und dieselben Unterlagen in kurzen Abständen mehrmals verlangt wurde.

Die Pflichten des Wohnungseigentümers

Der Wohnungseigentümer ist verpflichtet, sein Eigentum instand zu halten und im Bedarfsfall auch in instand zu setzen. Für den finanziellen Aufwand hat der Wohnungseigentümer aufzukommen. Wird die Instandhaltung unterlassen, beziehungsweise werden Schäden nicht repariert, kann es teuer werden. Sind nämlich andere Eigentümer betroffen und erleiden durch die Unterlassung einen Schaden, kann der betreffende Wohnungseigentümer belangt und Schadensansprüche können erhoben werden. Ist das Gemeinschaftseigentum in Mitleidenschaft gezogen, kann die Gemeinschaft der Wohnungseigentümer ebenso Schadensersatz fordern. Kommt ein Wohnungseigentümer seiner Pflicht nicht nach, kann jedoch die Gemeinschaft keine Maßnahmen gegen ihn im Vorfeld ergreifen, erst wenn ein Schaden entstanden ist. Die Instandhaltung des Gemeinschaftseigentum ist Angelegenheit der Gemeinschaft. Reparaturen müssen mehrheitlich beschlossen werden. Der Verwalter kann nur bis zu einer festgelegten Höhe der Kosten selbständig entscheiden. Wie hoch die Summe ist, über die der Verwalter bei Instandsetzungsarbeiten ohne Beschluss verfügen darf, wird ebenfalls von der Gemeinschaft bestimmt und in der Wohnungseigentümerversammlung beschlossen.

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