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Regenwasser – kostbares Nass

Es ist möglich, viel Trinkwasser einzusparen, wenn die massiven Wasserverbraucher, wie Sanitäranlagen oder Waschmaschinen mit Regenwasser gespeist würden. Mit einer Regenwassernutzanlage ist es möglich, den Niederschlag zu sammeln und als Brauchwasser nutzbar zu machen. Die Frage die sich dabei für Hauseigentümer stellt, ob es überhaupt Sinn macht eine solche Anlage zu installieren, bzw. ob sich die zum Teil sehr hohen Kosten rentieren.

In der unten stehenden Statistik wird die Entwicklung des Wasserverbrauchs pro Kopf und Tag in Deutschland in den Jahren 1990 bis 2016 angezeigt. 2016 wurden pro Einwohner durchschnittlich 123 Liter Wasser am Tag verbraucht.

Allerdings wird nur ein Quantum des Verbrauchs tatsächlich genutzt, um damit zu Kochen bzw. dieses zu trinken.

Regenwasser als Brauchwasser im Haushalt

Die Toilette ist im Haushalt der Ort mit dem höchsten Verbrauch. Jeden Tag werden rund 33 Liter sauberes Trinkwasser die „Toilette runtergespült“. Dazu kommen noch 15 Liter fürs Wäschewaschen und Putzen sowie rund sieben Liter für den Garten und die Autopflege. So ist es nicht verwunderlich, dass manche Bauherren und Immobilienbesitzer den Wunsch hegen, das gesammelte Regenwasser nicht nur ausschließlich für die Bewässerung des Gartens einzusetzen. Denn schließlich ist es auch möglich, die WC-Spülung und die Waschmaschine mit dem gesammelten Regenwasser zu speisen. Allerdings ist das nicht ganz so einfach, wie so mancher denkt.

Um Regenwasser im Haus zu verwenden, ist es notwendig, eine Regenwasser-Nutzungsanlage fachgerecht zu installieren. Zu einer solchen Anlage gehört ein Wasserspeicher aus Beton oder Kunststoff sowie in Rohr- und Filtersystem sowie eine Pumpe. Zudem ist es notwendig, die Anlage beim örtlichen Wasserversorger anzumelden und dem Gesundheitsamt anzuzeigen.

Der wichtigste Grundsatz bei der Nutzung einer solchen Anlage ist, dass es keine direkte Verbindung zwischen Trink- und Regenwasserkreislauf geben darf. Aus diesem Grund sollte eine Regenwasser-Nutzungsanlage stets von einem qualifizierten Handwerker eingebaut werden. Zudem muss bei dem Bau der Anlage die gesetzliche Bestimmung der Norm DIN 1989-1 eingehalten werden. Die Kosten für eine Regenwasser-Anlage beläuft sich zwischen 3.000 und 5.000 Euro.

Der Regenwasserspeicher: Lichtdurchlässigkeit ist notwendig

Der Regenwasserspeicher kann im Erdreich im Garten installiert werden oder seinen Platz im Keller finden. Geeignet sind dafür Beton- sowie Kunststoffspeicher und selbst nicht mehr genutzte Öltanks eignen sich dafür ebenso wie alte Abwassergruben, nachdem sie durch eine Fachfirma gründlich gereinigt wurden. Wird der Tank im Keller aufgestellt, dann muss der Kunststoff lichtundurchlässig sein, da sich ansonsten im Tank Algen bilden können. Zudem muss die Möglichkeit gegeben sein, dass das Wasser „überlaufen“ kann, für den Fall, dass einmal mehr Niederschlag gibt, als der Tank fassen kann. Sollte es zu einer längeren Trockenperiode kommen, dann ist es notwendig, den Tank mit Trinkwasser aufzufüllen. Wichtig ist auch hier, dass das Regenwasser und Trinkwasserinstallation nicht miteinander in Verbindung kommen dürfen.

Für den Haushalt und die Gartenpflege das Regenwasser nutzen

Es ist von vielen Faktoren abhängig, ob sich das Regenwasser mit einer solchen Anlage effizient nutzen lässt. Beispielsweise gehört dazu die Fläche des Daches, ebenso wie die zu Niederschlagsmenge, die zu erwarten ist. Selbst die Anzahl der Personen, die im Haushalt leben stellt einen wichtigen Faktor dar. Zudem ist es notwendig, dass der Tank, also die Zisterne, groß genug ist, sofern das gesammelte Wasser auch für die Toiletten genutzt werden soll.

Vor allem für Hausbesitzer die einen großen Garten besitzen, ist die Regenwassernutzung interessant, wenn es um die Wässerung während der Trockenperiode geht. Selbst für die Speisung der Waschmaschine kann das Wasser genutzt werden. Durch die Nutzung des weichen Regenwassers ist es möglich, Waschmittel zu sparen, und es wird zudem auch weniger Weichspüler benötigt. Die Folge ist, das Abwasser wird nicht mehr so stark mit Chemikalien belastet.

Allerdings gibt es auch Einschränkungen, vor allem in Hinsicht auf das Mietrecht. So muss ein Mieter selbst eine Entscheidung treffen können, ob er seine Wäsche mit Regenwasser oder Trinkwasser waschen möchte. Aus diesem Grund muss stets ein Trinkwasser-Anschluss zur Verfügung stehen. Ob der Mieter dann das Brauchwasser nutzt oder nicht, steht dann ganz allein in seiner Entscheidung. Kurz gesagt, die Hausgemeinschaft kann vom Vermieter nicht dazu gezwungen werden, das Brauchwasser zu nutzen.

Die deutsche Wasserwirtschaft kritisiert die Nutzung

Die Regenwassernutzung wird überwiegend kritisch von der deutschen Wasserwirtschaft bewertet. Das Regenwasser läuft zumeist über das Dach in die Wasserspeicher. Der BDEW warnt, dass es sich dabei nicht um pures Regenwasser handelt, sondern das sich Gesundheitsgefährdende Stoffe von den Dachflächen ablösen, wie Bakterien, Krankheitserreger und Schwermetalle, die dann in die Wasserspeicher gelangen.

Doch vor allem wird der wirtschaftliche Nutzen der meisten Regenwasser-Nutzunganlagen bestritten. So handelt es sich laut dem BDEW beim Einbau einer solchen Anlage fast immer um ein wirtschaftliches Zuschuss-Geschäft, das die im Haus vorhandene Trinkwasser-Installation in keiner Weise ersetzen, sondern diese allenfalls ergänzen kann. Allerdings bedeuten zwei Anlagen, die nebeneinander betrieben werden, doppelte Anschaffungs- und doppelte Wartungskosten, wie es beim BDEW heißt.

Auch Verbraucherschützer sind der Ansicht, dass die Regenwasseranlagen der Umwelt nutzen, sich aber ohne öffentliche finanzielle Förderung wirtschaftlich nicht rechnen. Im gleichen Schritt wird jedoch für günstigere Lösungen geworben um Regenwasser zu nutzen und das ganz ohne Zisterne. So sei das kalkarme, weiche Regenwasser besonders geeignet um Garten- und Balkonpflanzen zu bewässern und eben daher sollte das Wasser in einer frostfreien Regentonne aufgefangen werden, die bereits ab 30 Euro erhältlich sei.

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