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Wohntrend: Fertighäuser, schön kubisch

Europaweit ist die Fertighausbranche im Aufwind! Das nicht nur im eingeschossigen Bereich, sondern auch im mehrgeschossigen. Bis 2020 erwartet die Branche sein stärkstes Wachstum.

Der österreichischen Fertighausbranche könnte es nicht besser gehen, auch wenn der Fertighausverband bisher keine Zahlen veröffentlicht hat. Der Verbands-Vize Gruber begründete die Nicht-Veröffentlichung von Zahlen damit, dass man zu den Zahlen der beiden Marktforscher keine eigene Bilanz hinzufügen wolle. Allerdings sollen im kommenden Frühjahr 2018 Zahlen bekannt gegeben werden. Schon im Frühjahr 2017 sagten Marktforscher der Branche ein weiteres Wachstum voraus.

Der Bereich der Einfamilienhäuser erholte sich wieder, dank des wachsenden Anteils der schlüsselfertigen Häuser. Dabei handelt es sich um die vollwertigste und zugleich teuerste Ausbaustufe. Zudem hat sich auch das Geschäft mit den mehrgeschossigen Wohnbauten und Gewerbeobjekten weiter entwickelt. Einige Anbieter sehen sogar im Bau von Siedlungen Potenzial.

„Schlüsselfertig“ heißt der Trend

Zwei Vollgeschosse, ein kompakter Grundriss und keinerlei Dachschrägen. Das ist laut Erich Benischek der Trend der modernen Fertigteilhäuser. In seiner „Blauen Lagune“ in Vösendorf – der größte österreichische Fertighauspark – wurde in den vergangenen zwei Jahren monatlich ein neues Haus eröffnet. Das bedeutet, es wurde eines, dass in die Jahre gekommen ist, abgetragen und vom selben Hersteller ein neues erstellt. Diese neuen Häuser hatten oftmals eben ein Flachdach und zwei Vollgeschosse. Der große Vorteil: es gibt keine störenden Dachschrägen!

Laut Benischek geht der Trend ganz klar hin zur kubischen Architektur. Ein weiterer Trend, den er am österreichischen Fertighausmarkt sieht heißt „schlüsselfertig“, auch wenn es diese schon länger gibt.

Schon 2016 wurden laut Statista 4.783 Fertighäuser neu errichtet (4.573 in 2015). Laut einer Studie der Consulter Kreutzer, Fischer und Partner wurden rund 50 % aller verkauften Fertigteilhäuser eben in dieser Ausbaustufe an Bauherren ausgeliefert. Das bedeutet, dass die Häuser fertig waren zum Einzug, inklusive aller Armaturen und Böden. Das einzige was fehlt, sind Möbel und Beleuchtungskörper. 40 % der Häuser wurden „Belagsfertig“ übergeben und die restlichen 10 % waren „Ausbauhäuser“.

Höhere Preise werden in Kauf genommen

Dass ein schlüsselfertiges Haus mehr kostet, als eines das noch ausgebaut werden muss, ist keine Überraschung. 2016 mussten für ein schlüsselfertiges Fertigteilhaus (ohne Keller) rund 216.000 Euro eingeplant werden, wobei nach oben kaum Grenzen gesetzt sind. Der Durchschnittspreis liegt bei rund 350.000 Euro bei einem der Premium-Hersteller in Österreich – ebenfalls ohne Keller. Um die eigenen Wohnträume zu verwirklichen ist Information alles. Denn es heißt, Risiken zu minimieren und die passende Finanzierung zu finden, um den Traum der eigenen vier Wände zu realisieren. Das Internet ist dabei eine der besten Anlaufpunkte, wobei eine Immobilien Zeitung, eine Vielzahl von Tipps und Informationen rund um das Thema Hausbau und Hauskauf bereithält.

Neben „Schlüsselfertig“ geht der Trend ebenso hin zum „Smart Home“, das eine immer stärker werdende Bedeutung erhält. Die modernen Bauherren setzen immer mehr auf automatisierte Haustechnik, wie bspw. Heizung, Lüftung und Beschattung. Allerdings sind noch nicht wirklich alle von der Sinnhaftigkeit des Trends „Smart Home“ überzeugt. Vor allem in Hinsicht auf die Kosten, denn ein solches System ist nach Ansicht des Griffner-Geschäftsführers Niedersüß nur dann sicher, wenn es mit einer KNX-Bus-Leitung verkoppelt sei. Dabei handelt es sich um ein Kabel, dass eine eigene Stromversorgung aufweist und eben das koste gleich bis zu 15.000 Euro mehr. Dieses sei nach seiner Aussage zwar sehr sicher, doch wenn es ausfällt, dann würde gar nichts mehr gehen.

Probewohnen in einem Fertigteilhaus

In Biedermannsdorf werden demnächst acht Doppelhäuser und ein Mehrparteienhaus entstehen. Bei diesem Projekt wird die österreichische Firma Vario-Bau als Bauträger auftreten, wobei die Häuser erst dann entstehen werden, wenn diese verkauft sind.

Ein ähnliches Projekt wird in St. Stefan südlich von Graz verwirklicht. Dort entsteht eine neue Siedlung mit 50 Grundstücken, von denen sich ein Kärntner Fertighaushersteller fünf gesichert hat. Im Frühjahr dieses Jahres soll dort als erstes ein Musterhaus entstehen: ein klassisches Modell mit Satteldach. In diesem sollen interessierte Bauherrn dann ab kommenden Sommer Probe wohnen können. Auf den weiteren Parzellen, die eine Größe zwischen 600 und 1000 Quadratmeter haben, sollen zusätzlich Häuser errichtet und verkauft werden. Der Unkostenbeitrag für das Probewohnen wird im Falle eines Hauskaufs in Abzug gebracht.

Fertighäuser sind europaweit auf dem Vormarsch

Laut einer Studie von Interconnection Consulting wurden 2016 um 8,3 % mehr vorgefertigte Häuser verkauft, als 2015. Sogar das Marktvolumen stieg um 8`, 3 % an und auch in den nächsten Jahren wird sich, laut den Studienautoren, das Wachstum fortsetzen. Allerdings zeigen sich die Quoten der einzelnen Länder sehr unterschiedlich:

Schweden 80,4 %
Finnland 64,4 %
Österreich 34,6 %
Norwegen 25,4 %
Deutschland 20,4 %

Am anderen Ende befinden sich Russland (3,2 %), Frankreich (3,5 %) und Polen (4,1 %). Allerdings führte eben diese Nachfrage auch zu einer Steigerung der Preise. So stieg der Durchschnittspreis 2017 um 3,4 % zu. Bei drei von vier Häusern – 73,4 % – handelt es sich um Einfamilienhäuser. Das stärkste Wachstum ist jedoch im Segment der Mehrfamilienhäuser zu finden. Von den Studienautoren wird mit einem jährlichen Wachstum von 7 % bis 2020 gerechnet.

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