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Wohnungsauflösung nach Todesfall: Das ist zu beachten

Für Angehörige bricht eine schwierige Zeit an, wenn ein geliebter Mensch stirbt. In dieser Zeit, die mit viel Leid und Trauer verbunden ist, gilt es auch noch andere Dinge zu erledigen, die alles andere als angenehm sind, wie bspw. die Wohnungsauflösung oder ein Umzug. Kommt es im Todesfall zur Räumung einer Wohnung, dann ist nicht nur emotionale Stärke wichtig, sondern es gibt auch einiges das zu bedenken und zu organisieren ist.

Der Mietvertrag geht auf die Erben über…

…und diese können, sofern sie es wünschen, diesen fortsetzen. Dabei handelt es sich an erster Stelle um die Ehepartner und eingetragenen Lebenspartner. Doch auch Kinder oder andere Familienangehörige, die sich mit dem Verstorbenen die Wohnung geteilt haben, gehören dazu. Sollte der verstorbene allein gelebt haben, geht der Mietvertrag an die Erben über. Der Vorteil liegt auf der Hand: Die Erben und Eintrittsberechtigten können das Mietverhältnis zu den bisherigen Konditionen fortsetzen. Das heißt, hier muss kein neuer Mietvertrag abgeschlossen werden – sondern die Übernahme des Mietvertrags erfolgt automatisch.

Doch der Nachteil ist, dass die Erben handeln müssen, wenn sie den Mietvertrag nicht übernehmen wollen. Sie können das Mietverhältnis außerordentlich mit einer dreimonatigen Frist kündigen. Wichtig ist nur, dass sie nicht zulange warten, da diese außerordentliche Kündigung nur innerhalb des ersten Monats erfolgen kann, nachdem die Erben von dem Tod des Mieters erfahren haben.

Wichtig ist dabei, dass diese Sonderkündigung schriftlich erfolgt und von sämtlichen Erben unterschrieben ist. Sollte es einem Erbe nicht möglich sein, diese zu unterzeichnen, muss der Kündigung eine Originalvollmacht vorliegen. Doch auch der Vermieter verfügt über ein Sonderkündigungsrecht. Doch nur gegenüber den Erben, die keine Mitmieter waren. Er kann diesen innerhalb eines Monats nach dem Tod des Mieters kündigen. Hier gilt jedoch die gesetzliche Kündigungsfrist und diese liegt je nach Mietdauer zwischen drei und neun Monaten.

Die Wohnung rasch auflösen – dafür gibt es gute Gründe

Die Auflösung der Wohnung steht nach einem Sterbefall in vielen Fällen an und dafür ist es wichtig so schnell wie möglich, den Mietvertrag des Verstorbenen zu kündigen. Der Grund dafür ist, dass die Erben juristisch gesehen an dessen Stelle treten und damit eine Vielzahl von Rechten und Pflichten erwerben. Besonders wenn es darum geht, unnötige Kosten zu vermeiden, sollte die Wohnungsauflösung so schnell wie möglich organisiert werden.

Auch aus emotionaler Hinsicht ist die Wohnungsauflösung ein wichtiger Schritt, der auf keinen Fall zu lange hinausgezögert werden sollte. Doch wenn Erben nicht selbst in der Lage sind, die Auflösung selbst vorzunehmen, dann gibt es spezielle Unternehmen, die das übernehmen.

Doch bevor das Unternehmen mit der Auflösung des Haushalts beginnt, sollten die Erben die Wohnung selbst nach eventuellen Wertgegenständen durchsuchen. Denn noch immer verstecken ältere Menschen gern ihr Geld in der Wohnung: Das kann unter der Matratze sein oder auch zwischen alten Büchern und sogar in Strümpfen.

Bei der Wohnungsauflösung vor Ort sein

Erfolgt die Auflösung des Haushalts durch ein Unternehmen, sollte auf jeden Fall ein Erbe oder ein Angehöriger vor Ort sein. Selbst dann wenn diese von einer seriösen Firma durchgeführt wird, ist es ratsam selbst den Überblick über das Geschehen zu haben.

Wichtig ist zudem, vor der Entrümpelung einen konkreten Plan zu haben. Das heißt, was soll behalten und was entsorgt werden?! Damit das Sortieren schneller geht, ist es empfehlenswert vorab bereits alles mit kleinen Zetteln zu beschriften, wie „B“ für behalten und „E“ für entsorgen. Das erspart zum einen Zeit und hilft den Profis des Unternehmens ebenfalls enorm.

Des Weiteren sollte genügend Zeit eingeplant werden, denn eine Wohnungsauflösung geschieht nicht an einem Tag. Werden vier Tage eingeplant, dann sollte vorsichtshalber noch ein weiterer angesetzt werden, denn oft ist erst nach dem großen Aufräumen zu erkennen, ob es notwendig ist die Wohnung zu renovieren.

Mit der Räumung ist es nicht getan!

Wird eine Wohnung nach einem Todesfall aufgelöst, dann muss ebenfalls bedacht werden, dass Gas und Strom abgemeldet werden müssen, ebenso wie der Telefonanschluss. Außerdem müssen Abos und Rundfunkgebühren ebenfalls rasch abgemeldet werden, sowie Konten, Versicherungen und andere Verträge. Für die Versicherungsverträge reicht zumeist ein formloses Schreiben aus, dem die Todesurkunde in Kopie beigelegt wird. Verfügte der Verstorbene bspw. über eine Lebensversicherung oder Todesfallversicherung dann gilt es ebenfalls das jeweilige Versicherungsunternehmen schnell zu verständigen.

Die Wohnung an den Vermieter übergeben

Sobald die Wohnung geräumt ist, geht es daran, diese zu säubern und ggfs. zu renovieren. Hier gilt es die Klauseln des Mietvertrags zu beachten. In der Regel sind keine Renovierungsarbeiten notwendig, es sei denn dass Schäden an Türen, Fenstern oder sonstigen unbeweglichen Inventar gibt.

Sobald die Wohnung renoviert und sich in einem besenreinen Zustand befindet, erfolgt die Übergabe. Bei der Wohnungsübergabe erhält der Vermieter alle Schlüssel zurück und er begutachtet die Räumlichkeiten. Sollte der Vermieter Mängel feststellen, dann wird er diese in einem Protokoll vermerken. Darüber hinaus werden die Zählerstände für Strom, Wasser und Heizung abgelesen, zwecks Abschlussrechnung.

Im weiteren Verlauf bleibt dann nur noch eines: Abwarten auf die Kautionsrückzahlung und die Nebenkostenabrechnung. Doch das kann einige Monate oder gar Monate dauern.

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