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Immobilieninvestment – ist es noch lohnenswert?

Als Wertanlage sind Immobilien beliebt wie eh und je mit der Folge, dass die Preise dementsprechend steigen. Der aktuelle Wohnatlas 2018 zeigt, wo es sich lohnt, in Wohneigentum bzw. Immobilien zu investieren. Die Postbank hat gemeinsam mit dem Hamburgischen Weltwirtschaftsinstitut (HWWI) ermittelt, in welchen Regionen, Landkreisen und Städten die Immobilieninvestoren mit einem Wertzuwachs rechnen können und wo nicht.

Oft wird eine Immobilie nicht selbst genutzt

Oft nutzen Investoren die von ihnen gekaufte Immobilie nicht selbst, sondern sie dient als sichere Geldanlage – oft zur Altersvorsorge. Viele Menschen sehen im Kauf einer Immobilie eine stabile Form der Geldanlage für den Ruhestand. Das Objekt soll spätestens zum Renteneintritt abgezahlt sein, damit sich der Eigentümer die Miete sparen kann, womit folglich mehr Geld zum Leben bleibt.

Aber nicht überall in Deutschland zahlt sich eine Immobilie als Anlageobjekt aus. Die Kaufpreise sind vielerorts schon zu hoch oder die Lage ist nicht attraktiv. Der Wohnatlas 2018 zeigt einen Investitionschancen-Index, der für rund jeden zehnten deutschen Kreis noch günstige Bedingungen aufweist. Immobilien für Selbstnutzer oder als Immobilieninvestment in Deutschland gibt es in 36 von 401 Landkreisen und kreisfreien Städten zu moderaten Preisen und gleichzeitig guten Aussichten für eine Wertsteigerung.

Ebenfalls positiv fällt die Werthaltigkeitsprognose in weiteren 186 Städten aus, wobei das aktuelle Preisniveau schon vergleichsweise hoch ist. Außerhalb der Großstädte und besonders im Nordwesten und Süden der Republik finden Kaufinteressierte und Investoren noch gute Möglichkeiten. Wobei es hier dennoch ein ABER gibt…

Ein Eigenheim – der Traum vieler Deutschen

Noch immer ist es ein Traum vieler Deutscher ein Eigenheim zu besitzen, doch diesen können sich immer weniger erfüllen – auch wenn der Wohnungsbau eigentlich in Deutschland zunimmt. Dies zeigen die Zahlen des Statistischen Bundesamtes auf. Von Januar bis September 2018 wurde der Neu- oder Umbau von rund 6000 mehr Wohnungen genehmigt, im Vergleich zum Vorjahr. Doch immer weniger Familien können sich ein Einfamilienhaus laut dem Verband Wohneigentum leisten.

Der Grund ist, dass die Bautätigkeit für selbstgenutztes Wohneigentum im Vergleich zum Vorjahr um knapp 1 % zurückging und bei den Zweifamilienhäusern sogar um 4,4 %. Das ist für Manfred Jost, dem Präsidenten des Verbands für Wohneigentum ein Alarmsignal an die Politik. Für ihn ist Wohneigentum die beste Wohnform für Familien und dient der Altersvorsorge, dank der mitpreisunabhängigen Wohnkosten. Aus diesem Grund wird vom Verband eine langfristig planbare Förderung gefordert. Das Baukindergeld von aktuell 570 Millionen Euro stellt dabei die erste Förderungsmaßnahme dar. Damit jedoch eine zuverlässige Planbarkeit garantiert werden kann, muss die zeitliche und finanzielle Beschränkung fallen.

Zugleich fordert der Verband, den Wegfall der Grunderwerbssteuer oder zumindest einen Freibetrag von mindestens 400.000 Euro für den Ersterwerb einer Immobilie. Außerdem werden die jungen Familien besonders durch die sogenannten Erwerbsnebenkosten wie Notar- und Amtsgerichtgebühren sowie Grunderwerbssteuer belastet.

Laut dem Verband Wohneigentum, sollte das nötige Eigenkapital für den Hauserwerb eingesetzt werden können, damit eine günstigere Finanzierung möglich ist. Jost erklärt, dass die Eigeninitiative der Bürger dringend gefördert werden und jede Belastung für selbstgenutzte Wohneigentümer auf dem Prüfstand muss. Das beginnt bei den Maklergebühren, zieht sich über die Grundsteuerlast bis hin zu den Straßenausbaubeiträgen.

Auch unter Migranten ist der Wunsch nach Wohneigentum ausgeprägt

Nicht nur die Deutschen hegen den Traum vom Eigenheim, sondern auch die in Deutschland ansässigen Migranten. Rund 50 % von ihnen hat den Wunsch seine Wohnsituation zu verbessern. Dies fand der VHW Bundesverband für Wohnen und Stadtentwicklung in seiner Studie „Migrantenmilieu-Survey 2018“ heraus, der in der vergangenen Woche veröffentlicht wurde. Der Verband mit seinen 1700 Mitgliedern ist überwiegend in Gemeinden und Städten organisiert.

Der Studie zufolge besitzt jeder vierte eine eigene Immobilie, wobei der Anteil der Wohnungseigentümer damit niedriger liegt, als im Rest der Bevölkerung. Der Umfrage zufolge wird die Anzahl künftig zulegen, denn jeder siebte Migrantenhaushalt, der derzeit zur Miete wohnt, strebt in den kommenden Jahren einen Immobilienkauf an. Dieser Anteil hat im Vergleich zur Studie von 2008 deutlich zugelegt.

Seit 2005 ist die Anzahl der Bevölkerung mit Migrationshintergrund um mehr als 25 % gewachsen und stellt in diesem Jahr mit 19 Millionen Menschen rund 25 % der Gesamtbevölkerung dar. In diese Gruppe fallen Menschen mit und ohne Zuwanderungserfahrung. Zudem umfasst dies Zahl auch die 4,6 Millionen Deutschen mit Migrationshintergrund, die in Deutschland geboren sind. Das sind zum Vergleich zu 2007 44,5 % mehr.

Fazit: Immobilien kaufen oder nicht?

Sicherlich sollte man lieber in eine preiswerte Immobilie investieren, bevor hunderttausende Euro auf dem Tagesgeldkonto liegen. Doch auch Immobilien sind kein Selbstläufer und zudem sollte sich jeder von Renditevorstellungen wie 5 % oder mehr besser verabschieden, denn diese Zeiten sind vorbei. Experten sprechen zum Teil sogar davon, dass die Immobilien als Kapitalanlage schwierig sind, vor allem da sie teurer geworden sind. So sind zum Beispiel die Preise für Wohnimmobilien zwischen 2010 und 2015 um fast 50 % gestiegen. Zwar sind auch die Mieten gestiegen, aber nicht in diesem Umfang. Die Frage, die sich stellt, wie geht es weiter?

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